Gender Pay Gap

    Gender Pay Gap – Die Ungleichheiten unserer Gesellschaft




    Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen bzw. Mann und Frau kann man bereits im Kindesalter feststellen, so auch den „Gender Pay Gap“. Er bezeichnet die geschlechtsspezifische Einkommenslücke, die besonders in Deutschland als eines der wenigen Ländern in Europa auftritt.



    Es fängt bei der Taschengeldverteilung der Kinder an und endet im Job. Aus einer Studie von 2017 geht hervor, dass Jungen selbst schon im Kindesalter mehr Geld bekommen als Mädchen. Nicht viel anders läuft es im Job ab: Frauen verdienen im Durchschnitt ca. 21% weniger, selbst beim Verrichten exakt gleicher Arbeit.



    Die Ursachen der Unterschiede sind auf strukturelle Umstände zurückzuführen. Frauen arbeiten häufiger in schlecht bezahlten, typisch „weiblichen“, Branchen und Berufen wie dem Sozialwesen. Hinzu kommt, dass Frauen eher selten als Führungsposition vertreten sind. Sie müssen viel größere Hürden überwinden, um über die männerdominante Berufswelt hinaus solch einen Rang zu erwerben. Und auch die familiäre Auszeit (z.B. durch die Geburt eines Kindes) oder die Teilzeitarbeit sind für den Arbeitgeber ein ausschlaggebender Faktor für ein geringeres Gehalt. Das eigentliche Problem stellen dann aber erst die Folgen dieses Gender Pay Gaps dar, zum Beispiel durch die negativen Auswirkungen auf die zukünftige Rente, die dementsprechend auch geringer ausfallen wird als die eines Mannes.





    Letztendlich sind dies jedoch nicht Antwort genug auf die Frage, warum eine Einkommenslücke in unserer Gesellschaft existiert zur heutigen Zeit, obwohl eigentlich die meisten aller Berufe geschlechtsneutral vertreten sind. Ebenso wenig ist die unfreiwillig herrschende feminine Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt gerechtfertigt. Unsere Gesellschaft hält immer noch an der veralteten Vorstellung fest, der Mann bringe das Geld mit nach Hause, während auch die unbezahlte Hausarbeit, die oftmals unterschätzt wird, an der Frau hängen bleibt. Sie haben quasi nie eine wirkliche Auszeit.



    Was wirklich nötig ist, ist also eine faire geschlechterunabhängige Bezahlung im Falle von gleicher Bildung sowie gleichem Job. Und damit auf das Thema ständig aufmerksam gemacht wird, gibt es jährlich den Equal Pay Day am 21. März. Er soll an die Verdienstunterschiede zwischen Mann und Frau erinnern und Hoffnung auf Veränderung bringen.


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